#16 Tatort & Co.: Die Wahrheit über den Traumjob – Im Gespräch mit der Drehbuchautorin Regine Bielefeldt
Shownotes
Von außen wirkt es wie ein Traumjob: Geschichten erfinden, Figuren zum Leben erwecken, für Formate wie Tatort schreiben. Regine Bielefeldt beschreibt in dieser Folge die Realität hinter Tatort & Co. – ehrlich, pointiert und mit dem Blick einer Autorin, die seit Jahrzehnten im Geschäft ist.
Im Gespräch mit Matthias Vickermann und Jessica Sander geht es um ein System, das oft widersprüchlich funktioniert: Erfolg wird nicht automatisch belohnt, Planbarkeit ist selten, und selbst wer konstant liefert, kann nicht sicher sein, wie es im nächsten Jahr weitergeht. Regine spricht über den psychischen Druck in der Branche, über permanente Bewertungsschleifen („wie Abitur“), über das Leben auf einem „schwankenden Brett“ – und darüber, warum Kritik häufig laut wird, aber Gegenrede nicht selbstverständlich ist.
Dazu kommt der ökonomische Druck: steigende Kosten, kleinere Budgets, Sparzwang in Figuren, Locations und Drehplänen. Regine erzählt, wie sehr diese Rahmenbedingungen das Erzählen verändern – und warum gerade das Mittelfeld immer dünner wird. Auch die Nachwuchsfrage ist zentral: Writers Rooms, fehlende Routine, wenig Vergütung – und warum sie jungen Menschen heute nur sehr eingeschränkt raten kann, diesen Weg einzuschlagen.
Und natürlich geht es um die großen Umbrüche: Streamingzahlen versus lineare Quote, die neue Messbarkeit von Erfolg – und die Frage, wo KI zuerst zugreifen könnte und was das für Autorinnen und Autoren bedeutet. Bei aller Klarheit über die Schattenseiten bleibt auch Raum für das, was diesen Beruf trotzdem trägt: die Lust am Erzählen, der kreative Rausch, wenn alle Puzzleteile zusammenpassen, und die besondere Freiheit, in andere Identitäten zu schlüpfen, ohne die eigene aufzugeben.
Hinweis: In der Folge wird auch über Machtmissbrauch/sexistische Erfahrungen im Ausbildungs- und Arbeitskontext gesprochen.
Unser Gast:
Regine Bielefeldt (Drehbuchautorin)
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Transkript anzeigen
00:00:02: Erfolg wird nicht belohnt, Erfolg wird gerne auch mal bestraft.
00:00:05: Ein Kollege von mir hat zwei Grimme-Preise und sagte danach ging es abwärts.
00:00:09: Das kann eigentlich nicht sein.
00:00:10: In jeder normalen Branche bekommt man, wenn man Erfolg hat, mehr Kundschaft, mehr Zuspruch, mehr Geld.
00:00:15: Das ist bei uns etwas anders.
00:00:18: Willkommen bei Handwerk und Haltung, dem Podcast mit Matthias Weckermann.
00:00:23: Es geht um Maßarbeit im Handwerk und im Leben.
00:00:26: Um Werte, Verantwortung und die Kunst Haltung zu zeigen, gerade dann, wenn es unbequem wird.
00:00:31: Matthias Weckermann ist Marschumacher, Unternehmer, Speaker und Netzwerker.
00:00:36: Gemeinsam treffen wir Menschen, die in ihrem Bereich Marsch die besetzen.
00:00:40: Wir sprechen über Wandelwerte und das, was wirklich zählt.
00:00:44: Das ist Handwerk und Haltung.
00:00:50: Herzlich willkommen zu Handwerk und Haltung.
00:00:51: Ich bin Jessica Sander und freue mich sehr, dass natürlich Matthias Weckermann in meiner Seite sitzt.
00:00:55: Hallo, Matthias.
00:00:56: Hallo, Jessica.
00:00:57: Und heute haben wir eine Frau zu Gast, die zu den erfolgreichsten Fernsehdrehbuchautorinnen Deutschlands gehört.
00:01:03: Sie schreibt unter anderem für den Tatort Münster, hat große Fernseheignisse wie den Zweiteiler Enne Boerder, die Wirtschaftswunderfrau, umgesetzt.
00:01:11: Sie wurde in den Kino und TV-Preis von ORF, SRF und ID Degeto ausgezeichnet.
00:01:18: Außerdem ist sie eine Frau, die sich in einem Männerberuf durchsetzen musste und die plötzlich als unethisch abgestempelt wurde.
00:01:26: klären wir gleich.
00:01:27: Außerdem sprechen wir heute über die Zukunft des deutschen Films, darüber, warum das Geschäft für Autorinnen und Autoren spürbar schwieriger geworden ist und warum sie heute niemanden mehr empfiehlt, diesen Beruf zu ergreifen.
00:01:38: Ich freue mich sehr, dass ihr da ist.
00:01:39: Herzlich willkommen, Regine Bielefeld.
00:01:41: Schön, dass ihr da bist.
00:01:42: Ja, vielen Dank für die Einladung.
00:01:43: Hallo, Regine.
00:01:44: Vielen Dank auch für deine
00:01:45: Zeit.
00:01:45: Hallo, Matthias.
00:01:46: Immer gerne.
00:01:47: Schön,
00:01:47: dass es geklappt hat.
00:01:48: Matthias, du hattest Regine ja schon länger auf dem Zettel.
00:01:50: Das weiß ich ja.
00:01:51: Ich kenne deinen Zettel.
00:01:52: Was war bei dir aber der Moment, als du dachtest, wir müssen jetzt unbedingt mit ihr sprechen und warum passt sie so gut zur Handwerk- und Haltung?
00:01:59: Also, wir kennen das ja schon länger.
00:02:01: Ich bin ja auch mit dem Carsten, deinem Mann ja auch sehr eng befreundet und hat noch schon schöne Feiern gemeinsam gehabt.
00:02:07: Und ich bin ja mal überlegen bei Handwerk und Haltung, was gibt es denn einfach auch noch für spannende Beruf oder Dinge, die man nicht sofort im Fokus hat?
00:02:14: Tatort ist ein Klassiker, ich schaffe es da nicht mehr, den Sonntag anzuschauen, aber trotzdem so der deutsche Film, wo ist der Stand des deutschen Films?
00:02:22: Und da haben, wie gesagt, viele nicht mehr den Fokus drauf und dich jetzt kennen zu dürfen, jemand, der so etwas Tolles darüber schreibt und solche Filme auch möglich macht, da dachte ich mir, da würde ich gerne mal in die Tiefe gehen und mehr vielleicht über dein Leben, deinen Beruf und auch die Zukunft dieses Berufs und dieser Branche zu erfahren.
00:02:40: Regine, du hast im Vorgespräch einen Satz gesagt, der mir nicht mehr aus dem Kopf geht.
00:02:44: Und zwar, ich kann keinen bei klarem Verstand raten, diesen Beruf zu ergreifen.
00:02:49: Warum?
00:02:50: Wir sind eine sehr schräge Branche.
00:02:52: Also selbst ich, die seit vielen, vielen, vielen Jahren erfolgreich Programm liefert, kann ich damit rechnen, dass ich nächstes Jahr noch was zu tun habe.
00:03:00: Also es ist wahnsinnig untreu.
00:03:03: Erfolg wird nicht belohnt, Erfolg wird gerne auch mal bestraft.
00:03:06: Ein Kollege von mir hat zwei Grimme-Preise und sagte danach ging es abwärts.
00:03:09: Das kann eigentlich nicht sein.
00:03:11: In jeder normalen Branche bekommt man, wenn man Erfolg hat, mehr.
00:03:14: Mehr Kundschaft, mehr Zuspruch, mehr Geld.
00:03:16: Das ist bei uns etwas anders.
00:03:18: Und der nächste Punkt ist, wir müssen über KI reden.
00:03:20: KI ist ein Thema für uns.
00:03:22: Wir werden das alle erleben, dass KI den einen oder anderen Beruf abräumt, weniger die Handwerksberufe, mehr die, wo ich mich selbst als Intellektuellen-Pizza-Service bezeichne.
00:03:31: Und je niedriger das Niveau ist, der Produkte, desto eher wird KI zugreifen.
00:03:35: Ich bewege mich jetzt in einem sehr angenehmen Feld, aber ich habe auch einige Jahre gebraucht, um dahin zu kommen, die die Neuanfang, die starten unten in der Regel.
00:03:42: Und es kann durchaus sein, dass wenn ich jetzt dreißig wäre, ich würde diesem Beruf nicht mehr ergreifen, auf gar keinen Fall.
00:03:49: Regine, wenn du das so sagst, was ist denn der größte Irrtum, den Außenstehende über diesen Job haben?
00:03:54: Von außen klingt Drehbuch fürs Fernsehen ja oft nach Traumjob und Glamour, aber ich vermute, die Realität ist dann doch deutlich weniger romantisch.
00:04:02: Die Realität ist hart.
00:04:03: Das muss man so deutlich sagen.
00:04:05: Also, wie gesagt, ich muss unterscheiden zwischen meinem Leben und dem Leben von sehr vielen Kolleginnen und Kollegen.
00:04:10: Ich muss mich beschimpfen lassen, aber für Geld.
00:04:12: andere lassen sich beschimpfen ohne Geld.
00:04:13: Ich finde, das ist nicht fair.
00:04:14: Also ein bisschen Drama ist okay, aber das muss dann auch ausgeglichen werden.
00:04:18: Und tatsächlich ist es wahnsinnig schwer in diesen Beruf einzukommen.
00:04:21: Ich hatte damals das Privileg extrem jung zu sein.
00:04:24: Ich habe den Kükenbonus gehabt und bin nahtlos reingekommen und konnte so ein bisschen Training on the job machen.
00:04:30: Also Learning by doing bezahlt.
00:04:31: Das war fein.
00:04:32: Aber im Moment ist es so, wir haben sehr viele Abgängerinnen und Abgänger von den Filmhochschulen oder von den Seitenästen, sag ich jetzt mal, die jetzt nicht explizit Filmhochschule sind, auch Querensteiger ohne Ausbildung.
00:04:44: Und die haben große Probleme Fußzufassen, das ist der eine Punkt, der nächste Punkt ist als Drehbuchautorin, als Drehbuchautor ist man immer im Hintergrund.
00:04:50: Also wer denkt, dass wir irgendwie über rote Teppiche marschieren, das passiert bei mir im Moment ein bisschen öfter, ja, dann ziehe ich mich auch anständig an und trage ordentliches Schuhwerk, aber normalerweise sind wir sehr im Hintergrund.
00:05:00: Also wir sind abgemeldet in dem Moment, in dem die Regie den Raum betritt und sich gerne auch in einem aggressiven Aktersbuch kapert.
00:05:07: Das muss man vertragen, also man braucht ein verdammt dickes Fell.
00:05:10: Und was auch sehr ungewöhnlich ist, wenn man so Denkt Drehbuchautor ist nicht gleich Romanautor.
00:05:16: Über unsere Arbeit wird in jedem Schritt diskutiert und zwar nicht von Menschen, denen wir in jedem Fall Kompetenz zusprechen möchten, sondern von sehr vielen Menschen, die nicht zwingend kompetent sind.
00:05:28: Das heißt, man muss damit rechnen, permanent kritisiert zu werden.
00:05:30: Also ich gebe eine Buchfassung ab und habe immer das Gefühl, ich mache wieder Abitur und ich kriege entweder Nullpunkte oder Fünfzehn Punkte.
00:05:38: Dazwischen gibt es irgendwie tendenziell nichts.
00:05:40: Es ist so schnell, dass man irgendwo rausfliegt, dass man einfach nicht mehr gebraucht wird.
00:05:44: Als Drehbuchautorin lebt man immer auf so einem sehr schwankenden Brett.
00:05:49: Und das muss man mental aushalten.
00:05:50: Das kann man aushalten.
00:05:51: Ja, das kann man üben.
00:05:52: Ich mache seit Jahrzehnt nichts anderes.
00:05:54: Aber wenn man frisch in diese Branche kommt, wenn man frisch auf unseren Irrsinn schaut, dann denkt man, das kann keiner bei klarem Verstand machen wollen.
00:06:01: Gibt aber auch gute Seiten.
00:06:02: Wir sollten noch über die guten Seiten reden.
00:06:04: Das machen wir auch.
00:06:04: Aber ich würde gerne noch mal auf dieses Beschimpfen und auf diesen Druck, als du in diese Branche gekommen bist, da warst du ... Ein positiver, lockerer Mensch und hat dich dieser Job irgendwie härter gemacht.
00:06:15: Ist das ganz normal?
00:06:16: Also sagen wir mal so, ich fing schon sehr hart an.
00:06:18: Ich hatte einen Drehbuchbetreuer bei der Drehbuchwerkstatt.
00:06:21: Der sagte mir so nach einem Vierteljahr vor Bielefeld, ich habe jetzt länger darüber nachgedacht, ob sie unbegabt oder faul sind.
00:06:27: Also sie sind nicht faul.
00:06:28: Und damit habe ich angefangen.
00:06:29: Das war meine erste Erfahrung in dieser Branche.
00:06:31: Ich hatte jemanden, der mich eigentlich unterstützen und fördern sollte, der mich einfach nur niedergemacht hat.
00:06:36: Und als ich Ihnen am Ende dieses Jahres, ich habe mich von ihm getrennt, das ging nicht, also ich war einfach dann zwanzig, ich habe die Entscheidung getroffen, ich schüttel den Kerl ab.
00:06:44: Und nachdem die Drehbuchwerkstatt, das geht ein Jahr vorbeige, habe ich ihn gefragt, warum haben Sie mich gewollt?
00:06:49: Und er sagt und ich zitiere wörtlich, ich dachte, Sie sind ein leeres Gefäß, in das ich meinen Samen gießen kann.
00:06:55: Heutzutage würden wir den Mann an seinen Testikeln aufhängen und ihn schlagen.
00:07:01: Und dann aus dem Dienst entfernt.
00:07:02: Er wurde nur aus dem Dienst entfernt, nachdem ich das berichtet hatte.
00:07:05: Das war auch richtig so.
00:07:06: Aber mit sowas musste ich klarkommen, bevor ich überhaupt angefangen habe zu arbeiten.
00:07:11: Und wenn man das hinter sich hat, wird man knallhart.
00:07:13: Wahnsinn.
00:07:14: Ja, das muss man sich euch mal vorstellen, ne?
00:07:15: Du bist ja, lieber Regine, trotzdem mehr dran geblieben.
00:07:18: Jetzt seit nineteenhundneunzig, also seit rund dreißig Jahren und dabei auch wirklich sehr erfolgreich, wie Jessica am Anfang schon berichtet hat.
00:07:26: Was bedeutet denn diese Beruf heute?
00:07:28: Nach all diesen Erfahrungen und auch nach diesen Veränderungen in der Branche?
00:07:31: Also die Veränderungen gehen ja weiter.
00:07:33: Das heißt, man schwimmt dynamisch mit.
00:07:35: Wer nicht mitschwimmt, ist verloren.
00:07:38: Das geht ja auch nicht.
00:07:39: Ich kann mit KI arbeiten, aber ich arbeite nicht im schriftlichen Bereich damit, sondern in der Visualität.
00:07:43: Das ist toll.
00:07:44: Das ist großartig.
00:07:45: Wir haben keine Grenzen mehr.
00:07:47: Früher hatte ich immer so den Taschenrechner im Kopf, wenn ich gearbeitet habe.
00:07:50: Jetzt hier mehr KI, ich reinlassen darf.
00:07:52: bei Dreharbeiten, desto eher kann ich mir wildes Historic ausdenken.
00:07:55: Das ist großartig.
00:07:57: Das ist die Veränderung, die größte Veränderung in der Branche.
00:07:59: Für mich ist es so, ich habe natürlich auch große Momente der Befriedigung.
00:08:02: Ja, sonst würde ich das nicht machen.
00:08:04: Bei allem Geld würde ich es nicht tun.
00:08:06: Und ich habe im Moment eine Phase in meinem Berufsleben, die großartig ist.
00:08:11: Aber wie gesagt, dreißig Jahre, ne?
00:08:12: Das gab auch fiesere Zeiten.
00:08:14: Aber was sind denn jetzt die größten Änderungen bei den Produktionen oder bei den Senden?
00:08:18: Wenn du etwas schreibst, wird dir das immer noch aus den Händen gerissen wie früher?
00:08:21: Oder hat sich das sehr verändert?
00:08:23: Ich habe ein Weto bei der Regie, aber es ist schwierig es in jedem Punkt durchzusetzen, weil viele Regisseure und Regisseurinnen lernen nicht erst in der praktischen Arbeit kennen, dann ist es zu spät, dann ist deren Vertrag unterschrieben, dann werde ich sie nicht mehr los.
00:08:36: Und die Aggression, die von der Seite kommt, ist immer noch riesig.
00:08:39: Weil viele gerade männliche Regisseure, die haben im Moment eine Auftragsflaute.
00:08:42: Klar, es gibt auch noch immer welche, die super gut gebucht sind.
00:08:45: Aber wir reden jetzt mal von Mittelbau.
00:08:47: Die unterschreiben irgendwas unter Vorspiegelung falscher Tatsachen.
00:08:50: Und dann, sobald die Unterschrift unter dem Vertrag ist, fällt ihnen ein, dass sie mit dem Buch gar nicht arbeiten können.
00:08:55: Und gerne bilden sie sich dann auch ein, dass sie es umschreiben können, dass sie das besser können, als ich es jemals trat.
00:08:59: Und das ist natürlich absurd.
00:09:01: Ich stelle mich ja auch nicht an Zett und erzähle denen, wie sie die Einstellung machen, wie die das Licht gesetzt wird und ob der Ton so funktioniert.
00:09:07: Das ist ja lächerlich.
00:09:08: Das heißt, es haben irgendwie alle Druck im Nacken und das spürt man sehr und das lässt man an den Kollegen dann aus oder Kolleginnen?
00:09:13: Also es ist immer schon Druck in der Branche gewesen, aber jetzt sind die, würde ich sagen, die Budgets noch ein bisschen kleiner geworden, weil die Kosten gestiegen sind.
00:09:21: Wir haben Lohnsteigerungen, wir haben einfach Kostensteigerungen, aber die Budgets werden nicht größer.
00:09:26: Das merkt die ganze Branche.
00:09:27: Das heißt, ich bin oft gehalten.
00:09:29: Figuren rauszuschreiben, Locations zu sparen, Locations sind Orte, an denen wir drehen.
00:09:34: Es wird getrickst, es wird im Drehplan getrickst.
00:09:37: Wenn wir jetzt beispielsweise sitzen jetzt in so einer Art Besprechungsraum, das würden wir drehen und würden dann in der Nachbar-Situation am nächsten Tag eine völlig andere Szene behaupten, die nichts mit diesem Ort hier zu tun hat, einfach nur um Geld zu sparen, weil wir nicht umziehen müssen, weil wir nur einmal die Kamera umsetzen.
00:09:53: Ja, wir sind kreativ geworden.
00:09:55: Wir müssen kreativ sein, weil wir sparen müssen.
00:09:58: Regine, du hast mir ja auch schon mal gesagt, dass das Mittelfeld immer dünner wird, wie vorhin schon die Schere weiter auseinandergeht.
00:10:05: Dass es bei den Drehbuchautoren entweder diese erfolgreichen gibt oder die, die kaum noch reinkommen in das System.
00:10:11: Woran merkst du das ganz konkret?
00:10:14: Ich betreue beim deutschen Drehbuchverband den Bereich Soziales.
00:10:18: Und kümmer mich um sowas wie Künstlersozialkasse, Beratung auch bei steuerlichen Fragen.
00:10:22: Da ist man überrascht, wie wenig Ahnung manche Kolleginnen und Kollegen von sowas haben.
00:10:26: und auch um die Honorarumfrage.
00:10:28: Und die Honorarumfrage sagt, dass wir twenty-fünf Prozent der Mitglieder haben, die in meiner Welt im Hobbybereich rumkrebsen.
00:10:35: Wir reden von Selbstständigen.
00:10:37: Da sind zehn bis zwölftausend Euro im Jahr nichts.
00:10:39: Das ist sehr viel Arbeit für relativ wenig Geld.
00:10:43: Und dann gibt es natürlich die Kolleginnen und Kollegen, die eskalieren jenseits des, also die sind übersäckstellig.
00:10:48: Und das ist natürlich sehr erfreulich, aber davon haben wir nur zehn Prozent.
00:10:52: Was braucht es denn?
00:10:53: oder was muss denn ein junger Kollege, eine junge Kollegin mitbringen, um noch durchzustarten?
00:10:56: Gibt es dieses von null auf hundert überhaupt diese Möglichkeiten?
00:10:59: Das gibt es noch.
00:11:00: Es gibt immer wieder so Momente, gerade bei diesen etwas jüngeren Formaten, die bei Neo gedreht werden oder für Neo in dem Fall oder manches Streamer Produkte.
00:11:09: Aber die sind auch sehr picky geworden.
00:11:11: und da wir in Deutschland tatsächlich das Phänomen haben, dass die Streamer warnwitzig viel Geld mit dem deutschen Markt machen, aber es hier nicht investieren müssen.
00:11:18: Also wir haben keine Investitionsverpflichtung wie zum Beispiel in Frankreich, wird relativ wenig Programm für die Streamer aus Deutschland heraus produziert.
00:11:27: Die etablierten Sender, jetzt ARD ZDF, die Privaten fangen jetzt zart wieder an zu produzieren, die sind schon sehr... Wie soll ich sagen, die sind so ein bisschen schizofrieren.
00:11:37: Einerseits wollen sie Sicherheit und Planbarkeit und deswegen arbeiten sie gerne mit Leuten zusammen, die wissen, was sie tun.
00:11:43: Und andererseits wollen sie natürlich diese junge Zielgruppe erreichen, um sich nicht selbst irgendwie langsam in so eine Art Schockstarre zu arbeiten, sodass die Jungen gar nicht mehr ARD, ZDF oder sowas gucken, was leider schon der Fall ist.
00:11:55: Wir haben da teilweise schockierende Zahlen.
00:11:58: Und die suchen dann natürlich auch nach Möglichkeiten durch junge Kreative, auch ein jungeres Programm zu machen.
00:12:03: Da sehe ich allerdings wirklich Probleme, weil viele von den neuen Kolleginnen und Kollegen, denen fehlt es ein bisschen an Handwerk.
00:12:10: Die haben gute Ideen.
00:12:11: Aber ja, das sind wir beim Handwerk.
00:12:13: Genau, es ist nicht mal ein Job, es ist ja handwerklich.
00:12:14: Na, würdigerweise, man sollte wissen, was man tut.
00:12:16: Deswegen habe ich die auch reingeladen.
00:12:18: Dann haben wir darüber geredet.
00:12:19: Also, es sind wirklich viele gute Ideen dabei.
00:12:21: Aber ich gucke es mir dann an, denk mir so, ja, ja, ja, ja, da hätte man Teams bilden sollen.
00:12:26: Da hätte man jemanden mit so einer gewissen Routine holen sollen, der sagt, denkst du noch mal drüber nach, ob das denn die Dramaturgie an der Folge ist und ob wir da einen Cliff haben.
00:12:34: Und was hast du der Figur gerade angetan?
00:12:36: Das ist ein bisschen wenig.
00:12:37: Aber davon geht man ja aus, dass man sich dann die Menschen dazu holt.
00:12:41: Ja, das funktioniert unbedingt.
00:12:42: Also ich weiß nicht, wie tief ihr in dieser Branche drin seid, wahrscheinlich gar nicht.
00:12:46: Es gibt hier zu Trends, zu Teamarbeit, das nennt sich dann Writers Worms.
00:12:50: Und dort setzt man viele junge Menschen an einen Tisch und die sollen sich dann eine Serie ausdenken.
00:12:55: Das ist hübsch, aber wenn es keine Hierarchie gibt, wenn es keinen gibt, der weiß, was Sache ist, dann meandert das so wochenlang vor sich hin.
00:13:03: Dann sagt mal einer, wir bräuchten jetzt mal ein Buch, gerne auch sechs, gerne forty-fünf Minuten lang, wäre schon schön.
00:13:10: Aber wenn keiner wirklich die Richtungskompetenz hat, wenn keiner die Erfahrung hat, um zu sagen, Das schaffen wir so und so, lasst uns mal folgende Schritte einziehen, dann wird das nichts.
00:13:19: Das ist halt ein billiges Konzept.
00:13:20: Weil die jungen Leute werden tatsächlich teilweise ohne Tagesgarge in so ein rightest room gesetzt, um dann potenziell ein Buch zu schreiben, vielleicht aber auch nicht.
00:13:28: Man weiß es nicht.
00:13:29: Also es ist schon im Moment unangenehm.
00:13:32: Nennen wir es mal unangenehm.
00:13:33: Und wenn dann so eine Teamarbeit nicht adäquat verbütet wird, kommt jemand wie ich überhaupt nicht durch die Tür.
00:13:38: Ich mach das nicht.
00:13:39: Warum sollte ich es tun?
00:13:41: Regine, du hast mir auch mal erzählt, dass Drehbuch-Debruch-Schreiben im Kern ja immer noch ein Männerberuf ist und dass viele Frauen im Duo arbeiten, also mit einem Mann zusammen, während du als Alleinkämpferin unterwegs bist.
00:13:53: Hat sich das immer schon so angefühlt?
00:13:55: Bleibt das so?
00:13:56: Oder gibt es da auch den Dänzen, dass das jetzt vielleicht mal auflöst, weil das ist ja schlimm in einem Jahr bei den Jahrens, dass es noch in solchen Berufen, sondern Männerdominanz gibt?
00:14:05: Also sehr, wie soll ich sagen?
00:14:07: Es gibt Bemühungen im Markt, das zu ändern.
00:14:10: Es gibt die Initiative der Regie, die heißt ProQuote-Regie.
00:14:13: Und da ging es vor allem um den Tatort.
00:14:15: Der Tatort ist das am besten bezahlte Produkt in deutschen Fernsehen.
00:14:18: Und das haben zu großen Teilen nur Männer gemacht.
00:14:21: Also Buch, Regie, Musik, Kamera, Schnitt, alles.
00:14:26: Und da gibt es die Belinde Ruth Stevens, die analysiert das seit Jahren.
00:14:30: Und da gibt es jetzt langsam Bewegung, dass mehr Frauen Regie machen, dass mehr Frauen Buchschäuben.
00:14:34: Aber es ist überhaupt relativ wenig.
00:14:37: Diese Sache mit den Teams, mit diesen Männern und Frauenteams hat auch eine duale Wirkung.
00:14:42: Weil das Frauen mit Männern arbeiten, führt dazu, dass, oder war früher der Garant, dass es funktioniert, mittlerweile suchen sich Männer, weibliche Partnerinnen, weil sie sonst keine Jobs mehr kriegen.
00:14:54: Weil es im Moment Bestrebungen gibt, relativ viele Frauen zu beschäftigen.
00:14:57: Also ich profitiere ganz klar davon, dass ich weiblich bin im Moment.
00:15:01: Männer berufen oder her, ich profitiere davon, den ersten Tatort habe ich nur bekommen, weil ich eine Frau bin.
00:15:06: Da mache ich mir auch nichts vor, das war so.
00:15:10: Aber nach wie vor, statistisch gesehen, gehör ich, glaube ich, zu den zwanzig, fünf zu bis zwanzig Prozent von weiblichen Autoren, die alleine arbeiten.
00:15:20: Es ist überschaubar.
00:15:22: Ich dachte, das ist ein Frauenberuf, weil man das so toll mit Kinder aufzucht und so weiter verbinden kann, aber das stimmt gar
00:15:27: nicht.
00:15:27: Ich bin ja auch Redakteurin und Autorin und wir hatten sehr viele Frauen bei uns immer.
00:15:32: Fernsehen für Nachrichten oder die Wissenschaft.
00:15:33: Deswegen hat es mich auch gewundert, als du am Anfang, oder als du gesagt hast, dass das, dass das hauptsächlich Männer sind.
00:15:38: Aber ich habe selber verwundert.
00:15:39: Ich habe das gesehen, dachte, das kann doch nicht sein.
00:15:41: Ist ein Scherz, oder?
00:15:42: Aber es scheint sich jetzt ja zu ändern.
00:15:44: Und du hast auch sowas gesagt, wie naivität und Romantik bringt dich in diesem Job nicht weiter.
00:15:48: Es gibt negative Seiten.
00:15:49: Aber was, was sind denn die positiven Seiten?
00:15:51: Also, hat es dir eine Stärke gegeben, die du heute irgendwie noch anders nutzt?
00:15:54: Oder was, was würdest du sagen, waren die positiven Seiten dieses Jobs?
00:15:58: Ich erzähle Geschichten.
00:15:59: Ich erzähle Figuren.
00:16:00: Ich Ich bin alles.
00:16:02: Ich bin nicht schützerfrän, aber ich kann alle sein.
00:16:06: Und ich kann kleine Sehnsüchte ausleben, kleine Träume, kleine Katastrophen überleben, größere Katastrophen überleben, wilde Sachen machen.
00:16:14: Das ist das Tolle an diesem Beruf, dass ich so viel sein kann, dass ich so viel machen kann, dass ich in Identitäten schlüpfen kann, ohne meine eigene Aufzugeben.
00:16:23: Und das macht mir wirklich einen unglaublichen Spaß.
00:16:25: Und wenn ich Geschichten entwickle, dann gibt es... Hoffentlich und immer den Moment, dass plötzlich alle Proseltheile zusammenpassen, dass plötzlich alles einen Sinn ergibt, dass sich das große ganze See, wo ich so und das ist dann einfach ein unglaublich abgefahrener Moment.
00:16:39: Also dieser Moment, dass man kapiert, ah, dahin wollte mein Kopf.
00:16:43: Oh, jetzt komme ich auch mit.
00:16:44: Also dieser Moment des Schaffens, der Kreation, das ist natürlich unschlagbar.
00:16:48: Hast du manchmal, dass du es am Anfang schon siehst, das große Ganze oder dass du immer weißt, okay, ich gehe jetzt ein Schritt nach dem anderen und dann fügt sich immer mehr zusammen wie im wahren Leben natürlich auch, dass man das dann irgendwann sieht.
00:16:56: Oder gibt es auch, oder musst du es am Anfang eigentlich in der Gänze sehen und dann
00:17:00: gemischt.
00:17:01: gemischt.
00:17:02: Mancher bin ich selber überrascht, wohin die Reise geht, was bei Krimis ganz lustig ist, weil ich manchmal bis zum Ende nicht weiß, wer es war.
00:17:07: Was gut ist, weil damit stelle ich mich genauso blöd wie meine Figuren.
00:17:10: Bei anderen Sachen gehe ich sehr systematisch vor und Drehbuch schreibt man ja nicht als Drehbuch.
00:17:14: Also ich schreibe nicht direkt mal hundert Seiten Dialog, sondern man hat viele Stufen und am Anfang habe ich meistens nur so ein kleines Papier, so drei, vier Seiten, das ist nur eine Idee, dann formuliere ich das etwas länger mit den passenden Wendungen und Überraschungen schon drin, dann arbeitet man im szenischen Treatment und erst wenn der szenische Treatment da ist, dann wird es ein Buch.
00:17:34: Arbeit tatsächlich der kreativste Moment ist in der Regel, wenn man das Exposé schreibt.
00:17:37: Das ist auch der literarische Teil meiner Arbeit.
00:17:40: Danach wird es sehr sachlich in vielen Punkten.
00:17:42: Aber das Exposé, da kann ich dann wirklich noch ein bisschen zeigen, dass ich auch normal schreiben kann, ohne alles im Dialog zu verstecken.
00:17:49: Du hast mir eine Geschichte mal erzählt, die hier extrem stark warnt, auch weil sie zeigt, wie empfindlich und angespannt Debatten heute laufen können.
00:17:57: Du hast Komödinunterricht mit dem Grundprinzip Bruch der Erwartung.
00:18:01: Und hast mit Stereotypen gearbeitet, um Mechaniken zu erklären.
00:18:04: Und am Ende hieß es, du seist unethisch gewesen.
00:18:08: Und du wurdest nicht mehr gebucht.
00:18:09: Was ist da passiert?
00:18:11: Also ich muss das jetzt ein ganz kleines bisschen länger machen.
00:18:13: Gerne.
00:18:13: Ich bin als Dozentin an der Filmakademie gewesen.
00:18:16: Und Komödie.
00:18:17: Also ich bin tatsächlich für einen Kollegen eingesprungen, der sagte, machst du mein Seminar zum Thema Fernsehkomödie.
00:18:23: Neunzig Minuten manchmal.
00:18:24: Okay, mach ich.
00:18:25: Denn das ist ja das, was ich hauptsächlich schreibe.
00:18:27: Zuzüglich Krimi.
00:18:29: Und ich sage den Studentinnen und Studenten immer vorab, dass ich ihnen Stricken beibringe.
00:18:33: Also ich bringe ihn bei rechte Maschen, linke Maschen, Maschen aufnehmen, Maschen abstricken.
00:18:38: Wenn sie lieb sind, gibt es noch Muster oder ein Farbwechsel.
00:18:40: Das machen wir dann alles.
00:18:42: Aber ich sage ihnen nicht, was sie aus dieser Technik machen.
00:18:44: Ich sage ihnen nicht, du musst jetzt einen Topflappen häkeln, also in dem Fall Stricken oder einen Pulli oder einen Rock.
00:18:49: Das ist mir völlig egal.
00:18:51: Ich bringe ihn nur die Technik bei.
00:18:53: Und das habe ich diesmal auch vorausgeschickt und hatte so eine Kollektion aus der Bibliothek geholt, alte DVDs bzw.
00:18:59: alte Filme auf DVD, zu Sachen mit Rockatzen und Doris Day oder Catherine Hepburn.
00:19:05: und wie wies der nochmal?
00:19:07: Spencer Tracy, also wirklich klassische Mann-Frau-Katastrophe-Filme.
00:19:12: Und dann sagt er eine Studentin, sowas guckt sie sich nicht an, denn das reproduziert tradierte Rollenmuster und heteronormative Familienmodelle und das sei nicht ihr Thema.
00:19:22: Manche so nochmal zurück, stricken.
00:19:24: Ich bringe dir nur bei, wie man das Zeug strickt.
00:19:27: Was du daraus machst, ist mir völlig egal.
00:19:29: Das Seminaler nahm seinen Lauf, was ich unterrichte natürlich, was weiß ich, kompakt, drei Tage, dann wird das auch alles ein bisschen fixer und ich versuche relativ viel Wissen in die jungen Leute reinzupressen und habe Ihnen auch so Sachen gesagt, wie Komik entsteht durch das Brechen von Erwartungen.
00:19:46: Ich erwarte, dass wenn zwei Leute sich verabreden und dann geht was schief, dann erkenne ich das als komisch, weil ich eine Erwartung habe, wie so ein Date normalerweise ablaufen sollte.
00:19:56: Und das ist mir jetzt wirklich relativ egal, ob es hetero- oder homosexuelle Kontakte sind.
00:20:01: Das können die alle mit sich selbst ausmachen.
00:20:03: Das ist nicht mein Thema.
00:20:04: Ich bringe Stricken bei.
00:20:06: Und das fand sie alles ganz schrecklich, aber statt mit mir das Gespräch zu suchen, ging sie zum Studierendenrat und sagte, dass ich dazu auffordere, mit Stereotypen zu arbeiten, mit Erwartungsmustern, mit dem Bruch von Erwartungsmustern und dazu auffordere heteronormative CIS, Gender, was was ich, Muster zu wiederholen und zu reproduzieren, was ich nie getan habe.
00:20:28: Daraufhin wurde ich nie wieder als Dozent hingebucht.
00:20:31: Das Thema ist, man kann mich gerne kritisieren.
00:20:33: Ich habe damit überhaupt kein Problem.
00:20:34: Ich bin echt in Übung mehr in Sachen Kritik.
00:20:36: Aber ich möchte die Chance der Gegenrede haben.
00:20:39: Und ich habe das nur zufällig erfahren, weil ich einen Student aus diesem Jahrgang wieder getroffen habe und habe ihm gefahren, was war denn da los?
00:20:44: Ich bin nicht mehr gebucht worden, weil irgendwas falsch hat, was nicht gepasst.
00:20:47: Und er sagte, ja, du bist unethisch.
00:20:49: Da habe ich so, okay, das ist ein ganz neues Wort, unethisch habe ich so noch nie gehört.
00:20:53: Also ich wurde als unethisch bezeichnet, weil ich ein Genre unterrichte, das gewisse Regeln hat.
00:20:57: Und das ist natürlich total gaga.
00:20:59: Ich kann doch nicht, ich kann dieses Genre nicht unterrichten, ohne Muster zu erklären.
00:21:04: Und wenn die Muster plötzlich böse sind, dann können wir leider auch keine Komik mehr erzeugen.
00:21:09: Das ist einfach so, das ist eine Technikfrage.
00:21:11: Und wir waren ja gerade beim Nachwuchsen.
00:21:14: Ich beobachte, dass junge Autorinnen und Autoren ein großes Harmoniebedürfnis haben.
00:21:18: Die möchten alles möglichst in so eine Konsensrichtung stricken und da soll es auch niemand mehr wehtun und wir machen das so voll kollaborativ und so.
00:21:28: Das funktioniert nur sehr bedingt.
00:21:29: Das funktioniert nur so lange, wie ich oft das passende Publikum treffe.
00:21:34: Und das ist, gucken wir uns bitte die socio-demografischen Daten an, relativ klein, dass diese Art von Fernsehen möchte.
00:21:41: Und in dem Sinne tut es mir sehr leid für den Nachwuchs, aber wenn sie es nicht lernen wollen, dann ... Kann ich Ihnen auch nicht helfen?
00:21:47: Das ist dann halt so.
00:21:48: Wenn
00:21:49: wir das jetzt aber auf deinen Beruf übertragen, muss man heute beim Schreiben vorsichtiger sein?
00:21:54: Oder ist Schreiben für dich gerade der Ort, wo man auch politisch unkorrekt sein darf?
00:22:00: Das kommt immer darauf an, wer mich beauftragt.
00:22:03: Also, wenn ich den Tatort Münsterschreibe oder den letzten Bullen, dann bin ich durchaus gehalten, ein gewisses Maß an politische Unkorrektheit einfließen zu lassen.
00:22:11: Aber man ist da auch von phasenweise recht sensibel geworden.
00:22:15: Die Leute haben halt Angst vor einer kleinen engagierten Lautentruppe.
00:22:19: Es ist wirklich eine kleine engagierte Gruppe.
00:22:21: Der Rest sagt auch so witzig, aber man benimmt der sich scheiße und äh, dass der sich das traut, das finden die gut.
00:22:28: Und in dem Sinne werde ich natürlich tatsächlich gebrucht, um genau das zu tun.
00:22:32: Dieses, ja, so ein bisschen folgeschlimme zu schreiben.
00:22:35: Aber es wird schwierig, weil wir politisch in anderen Gewässern sind und ich möchte keinen Applaus von der ganz braunen Seite.
00:22:41: Das will ich nicht, das bin ich nicht, das haben auch meine Figuren nicht verdient.
00:22:44: Das heißt, ich tanze ein bisschen auf einer Rasierklinge, weil sich Politischporten so viel verschoben hat.
00:22:49: Also ich versuche immer noch so ein bisschen an den an den Kanten entlang zu schraben, aber nicht abzurutschen.
00:22:55: Und das wird zunehmend schwieriger.
00:22:56: Ja, wir sind vorsichtiger geworden.
00:22:58: Okay.
00:22:59: Du hast ja schon öfter über KI gesprochen.
00:23:01: Deswegen, du baust es oder du nutzt es ja auch schon jetzt nicht fürs Schreiben, hast du gesagt, aber für die anderen Dinge drin herum.
00:23:07: Wie gehst du oder was glaubst du, wird es dein Job so wie ... Wie es Ihnen jetzt gibt, wahrscheinlich ja nicht mehr in zehn Jahren, gibt man in fünfzehn nicht, in zehn Jahren wird es Ihnen in fünf noch so geben?
00:23:16: Das werden wir sehen.
00:23:17: Es ist viel passiert in den letzten Jahren, mehr als ich vor fünf Jahren erwartet habe.
00:23:23: Ich glaube, bei Autorenberuf ist es so, diejenigen, die die unterkomplexesten Themen machen oder die unterkomplexen Formate wie jetzt Scripted Reality, das sind die Sachen, die so ein bisschen, also ohne Schauspielerinnen und Schauspieler eigentlich fast ohne Bücher auskommen.
00:23:38: Die werden wahrscheinlich demnächst von der KI abgeräumt.
00:23:40: Warum sollte ich dafür noch Autorinnen oder Autoren beschäftigen?
00:23:43: Danach könnte es die Daily Soap treffen, die relativ statisch daherkommt, sehr erwartbar.
00:23:49: Dann wechseln wir wahrscheinlich schon rüber zu den Weekly Soaps und da weiß ich nicht, welchen Zeithorizont wir haben.
00:23:54: Im Moment ist KI noch ziemlich dumm.
00:23:56: Also ich habe Promotionen gelesen, beziehungsweise Magisterarbeiten zum Thema, ne, Masterarbeiten heißt die jetzt.
00:24:03: Da haben Leute versucht, die KI eine Geschichte schreiben zu lassen.
00:24:08: Das kann K.I.
00:24:09: noch nicht wirklich gut.
00:24:10: Zum Glück.
00:24:11: Das beruhigt mich schon ein bisschen.
00:24:12: K.I.
00:24:12: ist auch nicht witzig.
00:24:14: K.I.
00:24:14: kann nur einen Witz.
00:24:15: Also mein Mann hat mal versucht, K.I.
00:24:17: nach einer Rezension zu fragen für ein Buch, das er selber schon gelesen hatte.
00:24:21: K.I.
00:24:21: erzählte einen Müll und er so, das stimmt alles nicht.
00:24:25: Das ist das falsche Buch der falsche Auto und die falsche Hand.
00:24:28: Und dann sagte die K.I.
00:24:29: Ups, erwischt.
00:24:31: Und dann sagte er, ja, dann mach's bitte noch mal.
00:24:33: Neuer Versuch ging wieder nicht, sagte sie wieder.
00:24:35: Ups, erwischt.
00:24:37: Und das ist der einzige Witz, den die KI konnte.
00:24:39: Also wir sollten uns da nicht darauf verlassen, KI ist noch ziemlich dämlich und ich hoffe auch, dass wir das alle im Kopf behalten.
00:24:46: Andererseits ist es natürlich Topf für Analyse oder für keine Ahnung, meine Steuererklärung, ja, die darf die KI machen.
00:24:53: Du hast vorhin schon gesagt, du schlüpfst in viele Rollen, du bist jetzt nicht schön zufrieden, aber du schreibst ja unterschiedliche Dinge, viel Humor, auch Krimi.
00:25:01: Aber umso näher du an der Person dran bist, umso empathischer wirst du.
00:25:04: Und umso unlustiger bist du, hast du, glaub ich mal gesagt, ne?
00:25:07: Ja, das ist die Wippe der Komik.
00:25:09: Ja.
00:25:09: Je stärker ich an der Figur dran bin, je näher ich ihr komme, desto empathischer wird auch mein Publikum, mein Publikum leitet dann mit, dann kann ich ihr nicht mehr so viel zumuten.
00:25:17: Also wird's unlustiger.
00:25:19: Ja, diese Wippe gibt es tatsächlich.
00:25:20: Das ist auch Teil meines Unterrichts.
00:25:22: Je zarter ihr mit den Figuren umgeht, desto weniger könnt ihr ihn zumuten.
00:25:25: Aber wie schaffst du denn die Distanz oder diese Balance zu halten?
00:25:27: Dann nicht irgendwie mit deiner Figur?
00:25:29: Ich meine, du beschäftigst dich so lange mit dieser Figur.
00:25:31: Wie schafft man die Distanz zu bewahren?
00:25:33: Auch
00:25:34: das geht schon ganz gut.
00:25:34: Es kommt halt wirklich immer aufs Genre an.
00:25:36: Wenn ich Psychodrama schreibe, ist es was anderes, als wenn ich Komödie schreibe.
00:25:39: Und selbst bei den Komödien gibt es noch Unterschiede, welche Temperatur wir haben.
00:25:44: Es gab ja zwei Genres, die du bewusst nicht gemacht hast.
00:25:48: Horror und Erotik.
00:25:51: Inzwischen ist es nur noch eins, Horror.
00:25:53: Also, was hat bei den Ausschlag gegeben, bei Erotik zu sagen, okay, das mach ich doch.
00:25:59: Und was muss ein Stoff grundsätzlich mitbringen, damit du wirklich, wenn ich es jetzt ins Gänsefüßchen, Lust bekommst, zu sagen, ja, das erzähle ich.
00:26:09: Gut, also machen wir erstmal Frage eins.
00:26:11: Warum jetzt nur noch ein Genre, das ich nicht schreibe?
00:26:14: Mich rief eine Produzentin an und sagte, sie hatten Tendenz ein unseriöses Angebot und sagte, sie bräuchte dann einen erotischen Film fürs ZDF-Sondagskino.
00:26:24: Der letzte war ich, sagen wir mal, mittelmäßig.
00:26:27: Aber der war super erfolgreich und zwar nicht linear, denn niemand guckt sich das um zwanzig fünfzehn mit der Familie auf dem Sofa an.
00:26:34: Das haben die Leute tatsächlich online geguckt.
00:26:36: Die Streaming-Zahlen waren super.
00:26:39: Und jetzt möchte ich das ZDF so was weitermachen.
00:26:41: So, jetzt wird es auch wieder lustig, weil Wippe.
00:26:43: Ich habe gesagt, okay, mache ich.
00:26:45: Unter einer Bedingung, ich erzähle nicht den Ritter in strahlender Rüstung, der die Jungfrau in Nöten rettet.
00:26:50: Wenn überhaupt erzähle ich eine erwachsene Frau mit Sehnsüchten, mit Wünschen, unbefriedigten Wünschen.
00:26:59: Und meine Bedingung ist immer, die Geschichte muss auch funktionieren ohne Erotik.
00:27:02: Also es muss eine Geschichte sein, die als Geschichte funktioniert.
00:27:05: Ich schreibe auch Actionfilme, das muss auch funktionieren, ohne dass ich was in die Luft jage.
00:27:10: Ich schreibe Weihnachtsfilme, die müssen auch ohne Weihnachten funktionieren.
00:27:13: Das ist meine Bedingung.
00:27:14: und deswegen habe ich gesagt, wenn du damit einverstanden bist, dass wir erst mal eine Geschichte erzählen, die auch ohne Sex funktioniert, dann machen wir das oder ohne Expliziten.
00:27:22: Im Hintergrund hat man ihn ja immer.
00:27:24: Das war das eine und das haben wir jetzt gemacht.
00:27:26: Und jetzt kommen wir zu der Wippe der Erotik, weil es gibt die auch bei der Erotik und nicht nur bei der Komik.
00:27:31: Ich habe die Beobachtung gemacht, je romantischer, desto weniger erotisch.
00:27:35: Das ist einfach so, wenn ich ein liebes Geschichte erzähle, ein zartes Boy meets girl und das ist alles so niedlich und so käusch, Das prickelt ein bisschen, das ist ein bisschen in der Andeutung, aber mehr halt auch nicht, dass ZDF hat was anderes bestellt.
00:27:49: Und dann haben wir letztlich eine Diskussion mit der Redakteurin und sie sagte, ja, wir würden uns dann schon ein bisschen mehr Romantik wünschen.
00:27:56: und dann sagte ich, Herr, nicht euch reinschreiben, ist ein anderer Film, würde ich ungern machen, wenn neuer Stoff, dann ziehe ich damit weiter, das ist okay.
00:28:04: Und das war auch der Grund, warum ich es gemacht habe.
00:28:06: Im Moment wird das wahnsinnig nachgefragt, es ist völlig verrückt.
00:28:10: Wer das im Moment schreiben kann, ja.
00:28:12: Das ist gut.
00:28:13: Das hilft über die nächsten Jahre hinweg.
00:28:16: Aber lass uns doch dann nochmal jetzt auf das letzte deutsche Lagerfeuer kommen oder das letzte Lagerfeuer, wie man den Tatort so schön nennt.
00:28:22: Du schreibst hier für den Tatort Münster, schon mehrfach.
00:28:26: Und es gibt ja so eine breite Krimisszene oder Landschaft schon in Deutschland.
00:28:30: Muss sich der Tatort eigentlich verändern?
00:28:31: Ist das für dich noch was Besonderes oder ist das sozusagen, das wird immer so bleiben, wird immer Erfolg haben oder muss da auch etwas passieren?
00:28:37: Der Tatort ist schon... eine Marke.
00:28:39: Das ist großartig.
00:28:41: Wir wissen ja alle, wie wichtig es ist, eine Marke zu haben und das funktioniert.
00:28:44: Die Leute wissen, zu was sie geladen sind.
00:28:46: Ich sehe Themen, also wir haben jetzt einen Generationenwechsel in diversen Teams.
00:28:51: Ich sehe Themen in der Neuausrichtung.
00:28:53: Ich glaube, das Regionale reicht nicht mehr als Verordnung.
00:28:56: Ich würde thematisch klammern.
00:28:58: Ich habe das auch schon mal angesprochen.
00:29:00: Das traut man sich noch nicht so richtig.
00:29:02: Ich fände es gut, es zu tun, weil es auch eine Modernität wieder hätte, eine klare neuen Impuls für dieses Format, das wir ja alle so gut kennen.
00:29:11: Ich sehe auch, wie gern die Leute Münster gucken, weil es halt lustig ist, weil es ein spannendes Format ist.
00:29:16: Ich nenn es auch gerne Komödie mit Leiche.
00:29:19: Das genießen die Leute, sieht man auch an den Zahlen.
00:29:21: Das ist ja der am meisten geschautet, auch dort im deutschen Fernsehen.
00:29:24: In dem Sinne glaube ich, dass wir mehr Profil brauchen.
00:29:27: mehr Profil, das über Teams und Städte hinausgeht.
00:29:30: Und es ist für dich selbst noch was Besonderes immer für den Tatort zu arbeiten?
00:29:34: Ja, klar.
00:29:35: Also das ist schon ein aufregender Abend und ein sehr aufregender Morgen, bis die Zahlen da sind, weil ich ja tatsächlich an meinen Quoten gemessen werde, wobei sich da natürlich auch was tut.
00:29:45: Ich hatte letztlich ein Weihnachtsfilm, der ging mit drei Komma fünf Millionen durch, was solide ist, aber jetzt nichts, wo wir irgendwie lotiv Luft holen, weil der Tatort hat in der Regel über elf.
00:29:55: Ich hatte auch schon über hatte ich schon über dreizehn.
00:29:58: Der erste war mit über dreizehn, das war krass.
00:30:01: Aber das ist auch ein gutes Beispiel.
00:30:02: Der erste war über dreizehn, der zweite hatte dann noch über zwölf, der dritte dann elf, acht oder sowas.
00:30:08: Aber die Marktanteile gingen hoch.
00:30:10: Das heißt, weniger Leute haben vor dem Fernseher gesessen, absoluten Zahlen.
00:30:14: Deswegen gingen die absoluten Zahlen runter, aber die Marktanteile gingen hoch.
00:30:17: Und das, was nicht linear geschaut hat, hat sich dann in den Stream verzogen.
00:30:23: Deswegen kriegte ich noch mal einen ordentlichen Nachschlag auf den Tag und dann war es zwölf, fünf, eins.
00:30:28: Und im Stream kam auch noch mal, ich glaube, zwei Millionen dazu.
00:30:31: Und dann habe ich wieder die Zahlen von früher.
00:30:34: Das passt da.
00:30:34: Und das ist ein Switch in den letzten drei Jahren.
00:30:37: Und jetzt zum Beispiel der Weihnachtsfilm, drei, fünf Millionen, alles so, naja, nein, wir haben eins, fünf Millionen im Stream.
00:30:43: Innerhalb von einer Woche wurde das aufgeschlagen.
00:30:45: Wir waren bei eins und dann kam eine halbe Million dazu.
00:30:49: Und bis Weihnachten wird noch was dazukommen.
00:30:51: Das heißt, der Stream wird immer wichtiger und wir sollten endlich anfangen, auch unsere Zahlen komplett zu vermitteln.
00:30:57: Und nicht irgendwie nur die linearen Quoten uns anzuschauen.
00:31:01: Und dann so ein bisschen zu Mediathek zu schielen.
00:31:03: Ich hätte dann gerne alle, damit ich auch meinen Erfolg einfach messen kann.
00:31:06: Und das beantwortet vielleicht auch die Frage.
00:31:08: Es ist für mich, wann wird sich anstrengend diese Ausstrahlung zu erleben und nicht zu wissen, wie es gelaufen ist und dann am nächsten Morgen so ... Das Handy anzumachen, zu schauen, so wie ist es denn?
00:31:17: Und bei manche hat es eine Riesenbedeutung, bei manche eine kleinere Bedeutung.
00:31:21: Ja, aber es ist jedes Mal spannend.
00:31:23: Eine Frage noch kurz nochmal zu dem Tatort.
00:31:26: Du hast den Tatort Münster ja mal so beschrieben, die eine Hälfte liebt, die andere Hälfte hasst es.
00:31:32: Du bekommst das Feedback ja auch mit, viel online und oft auch sehr hart.
00:31:36: Wie gehst du damit und wenn die Reaktionen so extrem auseinandergehen?
00:31:40: Online ist ein Medium, wo Leute anonym in der Regel ihrem Ärgerluft machen.
00:31:47: Es gibt relativ wenige Leute, die sagen, das fand ich toll, guckt euch Produktrezensionen an.
00:31:51: Die, die schreiben, haben ein Thema.
00:31:53: Die, die schreiben, wollen meckern.
00:31:54: Die haben Probleme manchmal berechtigt, manchmal unberechtigt.
00:31:57: Beim ersten Tatort war ich noch total geschockt und hatte echt Panik.
00:32:00: Ich dachte so, Gott, die hassen mich alle.
00:32:03: Aber das stimmt überhaupt nicht.
00:32:05: Das ist eine kleine Gruppe, die sehr engagiert in der Anonymität rumrotzt.
00:32:10: Und das ist eine schwache Position, die die Leute einnehmen, die mich auch veragert, weil sie nicht mit ihrem Namen dastehen, nicht mit ihrem Gesicht dastehen, sondern mit irgendeinem Nickname und dann mal kurz sagen, was sie alle schlecht finden.
00:32:23: Und damit muss man umgehen, ich habe beschlossen, ich ignoriere es, weil es mir nichts bringt.
00:32:28: Es ist eine kleine pöbelnde Masse und eine kleine pöbelnde Masse ist ein völliger Blödsinn, also es ist eine kleine Gruppe, die rumpöbelt und die soll dann ihren Spaß haben, wenn es ihnen damit gut geht, mir.
00:32:39: bringt es nichts, aber mir schadet es auch nicht.
00:32:42: Das ist die Wahrheit.
00:32:44: Und tatsächlich im Freundeskreis gibt es ein paar, die sagen, ich liebe das, und die anderen sagen, ich hasse das, und meine ich so, ja, ist okay.
00:32:50: Klar.
00:32:50: Ja, das ist in Ordnung.
00:32:51: Ich bin nicht der Tattoo, der Tattoo ist nicht ich.
00:32:53: Solange die unterscheiden können zwischen mir und meinem Werk, ist doch alles in Ordnung.
00:32:59: Vielen Dank für die ganzen tollen Fragen und Beantwortungen.
00:33:04: Aber wie auch jeder musste jetzt auch dran glauben an meine drei Klassiker, mit denen ich immer eine Podcast-Forge beende.
00:33:09: Die Freude
00:33:10: ist dir ans Gewicht geschickt.
00:33:11: Warm anziehen, liebe Regine.
00:33:13: Welcher Moment in deinem Leben, also das einzige, wo ich überhaupt über Schuhe spreche, in deinem Leben hätte, einen eigenen Schuh verdient?
00:33:21: Und was wäre das für ein Schuh?
00:33:23: Das ist nicht so einfach, denn ich bin jemand, ich definiere mich nicht über meine Schuhe, ich definiere mich nicht über meine Schuhe.
00:33:29: Sie müssen bequem sein.
00:33:30: Ich denke, deine Schuhe sind herausragend bequem, denn sie werden ja für die Personen gemacht, die sie tragen.
00:33:35: Ich bin auch nicht besonders eitel, muss ich sagen.
00:33:38: Ich denke, hin und wieder hätte ich mal einen anständigen Schuh auf diesen hübschen Premieren verdient, um ein paar Zentimeter an Körperhöhe zu gewinnen.
00:33:46: Das wäre gut gewesen.
00:33:47: Ja, weil ich immer die kleinste auf dem Bild bin.
00:33:51: Außer Christine steht neben mir, dann nicht mehr.
00:33:54: Aber sonst bin ich wirklich immer die kleinste.
00:33:56: Ach, also ich hab genau das Gegenteil.
00:33:58: Ich will gerne immer manche was abgeben, weil meine Stirn auf den Mitleidenschaft gezogen wird, wenn die Türen zagenlich der Dienen entsprechen.
00:34:07: Am welchen Glas Wein erinnerst du dich noch besonders gern zurück?
00:34:10: und was war das für ein Wein?
00:34:12: Zur Ehrlichkeit gehört, dass ich selten nur ein Glas Wein trinke.
00:34:16: Darum verstehen wir uns auch so gut.
00:34:18: Also ich weiß, wo meine Grenzen liegen, aber ein Glas, entschuldige mal, ein Glas, ja.
00:34:23: Aber tatsächlich, wenn wir über ein Glas Wein reden... Ich kenne
00:34:26: das mal noch mal.
00:34:27: An welche Flasche
00:34:28: war das?
00:34:28: Erinnert es dir nicht
00:34:29: so das Gern zurück?
00:34:30: Und welche Weinflasche war das?
00:34:33: Nein, aber ich bleib bei dem einen Glas, weil es gibt eine wirklich witzige Anekdote.
00:34:36: Ich war mit Carsten auf so einer reinen Gautur und wir waren bei einem Winzer... Und da sind wir jetzt wieder bei den erotischen Filmen.
00:34:43: Und der sagt dann irgendwann so, wer wandt mit der Weinenprobe echt durch?
00:34:46: Da ich Auto fahren musste, hatte ich brav alles wieder in dieses Probe-Ding da gespuckt.
00:34:50: Und er sagte, in welcher Stimmung sind Sie, Frau Bielefeld?
00:34:52: Ich meine, so langsam sehr entspannt.
00:34:55: Und er sagte, nein, in welcher Stimmung sind Sie, Frau Bielefeld?
00:34:58: Und ich meine so, die Kombination von Stimmung und Frau Bielefeld bringt mich noch in gar keine Stimmung.
00:35:02: Er sagte, sie sind doch sicher in einer erotischen Stimmung.
00:35:05: Ja, jetzt, wo sie es sagen können, wird das in Betracht ziehen.
00:35:08: Wir wuselten dann ungefähr sieben Stockwerke in die Tiefe, wo er dann eine total verstaubte Flasche irgendwas Uraltes aus Frankreich rausholte.
00:35:15: Der war glaube ich, ich bin ca.
00:35:16: um zwanzig Jahre alt oder sowas.
00:35:18: Und sagte, das ist der richtige Wein für ihre Stimmung.
00:35:21: Ich glaube, er war in der Stimmung.
00:35:23: Und dann wuselten wir wieder die sieben Stockwerke hoch und ich möchte betrugen, dass mein Mann die ganze Zeit dabei war.
00:35:27: Und dann öffnet er diese Flasche und sagte, der zerbricht im Glas, den trinken wir jetzt schnell.
00:35:35: Das war ein sehr besonderer Wein.
00:35:36: Das ist jetzt keine Geschichte, wo ich sagen würde, das ist eine wichtige Flasche Wein in meinem Leben gewesen, aber das ist definitiv die Flasche Wein mit der besten Geschichte.
00:35:43: Er war lecker.
00:35:44: Jetzt bleibt hängen.
00:35:45: Jetzt zu aller Letzt.
00:35:52: Schmuck ist teuer.
00:35:57: So kurz
00:35:57: war es noch nie.
00:35:58: Auf dem Punkt
00:35:59: bestimmt.
00:36:00: Es ist
00:36:00: auch alles andere.
00:36:02: Weißt du denn, was kaputt geht, egal.
00:36:04: Aber Schmuck, den kriegt meine Tochter.
00:36:06: Und im Notfall ist es eine Reserve, um sich abzusichern.
00:36:09: Also, warum sollte ich das jemals wegwerfen?
00:36:12: Klar.
00:36:13: Vielen Dank, Regine.
00:36:14: Zuerst eine ganz kurzweilige, schöne Episode.
00:36:18: Danke nochmals für deine Zeit.
00:36:20: Jetzt schon mal euch einen ganz tollen Urlaub.
00:36:23: Eine besinnliche und gesegnete Weihnachtszeit.
00:36:25: Kommt gut ins neue Jahr und ich freue mich, wenn wir uns nächstes Jahr wiedersehen.
00:36:28: Und dann nicht auf den Glas weinen, sondern vielleicht zwei, drei Gläser.
00:36:32: Das ist okay.
00:36:33: Danke.
00:36:33: Und auch danke an dich, Jessica.
00:36:35: Ja, sehr gerne.
00:36:35: Auch von mir vielen Dank, also tolle Frau, sehr ehrlich, offener Einblick.
00:36:39: Also war echt eine spannende Folge.
00:36:41: Vielen, vielen Dank für deine Zeit, dass du hier warst.
00:36:43: Ja, gerne.
00:36:43: Ich bin ja wirklich immer bereit, über meinen Beruf zu reden, weil immer noch Leute denken, dass zufällig Menschen mit einer Kamera sich irgendwo treffen, miteinander reden und dann wird ein Film draus.
00:36:54: Nein, so läuft das nicht.
00:36:55: Und ich werde nicht müde dagegen zu kämpfen, dass Menschen das noch immer denken.
00:36:59: Sehr schön.
00:36:59: Vielen, vielen Dank.
00:37:00: Danke, Matthias.
00:37:01: Vielen Dank fürs Zuhören.
00:37:02: Alle weiteren Infos stehen ja unten in den Show Notes.
00:37:05: Und wir freuen uns schön auf das nächste Mal.
00:37:07: Bis dahin, alles Gute.
00:37:07: Tschüss.
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